Hitzewelle in Europa im Juni 2026
| Hitzewelle in Europa im Juni 2026 | |
|---|---|
| Daten | |
| Beginn | ≈ 18. Juni 2026 |
| Ende | ≈ 30. Juni 2026 |
| Höchsttemperatur | 43,8 °C (Palluau, Westfrankreich, 24. Juni) |
| Folgen | |
| Betroffene Gebiete | West- und Mitteleuropa |
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Im Juni 2026 kam es zu einer langanhaltenden Hitzewelle in Europa, die weite Teile des Kontinents betraf. Beginnend um den 18. Juni stiegen die Temperaturen infolge einer Omegalage stark an und führten in zahlreichen Staaten zu neuen Temperaturhöchstwerten, tropischen Nächten und zahlreichen hitzebedingten Todesfällen.
Die Weltmeteorologiebehörde sprach von einer „außergewöhnlichen Hitzewelle“, die zahlreiche Rekorde gebrochen habe und unter anderem große Auswirkungen auf menschliche Gesundheit, Ökosysteme, Landwirtschaft, Infrastrukturen und Arbeitsproduktivitäten gehabt habe. Insgesamt seien mehr als 150 Millionen Menschen betroffen gewesen.[1] Erste wissenschaftliche Schätzungen vom Juli 2026 gehen davon aus, dass mehr als 20.000 Menschen durch die Hitzewelle ums Leben gekommen sein könnten.[2]
Der Deutsche Wetterdienst hielt fest, dass es sich bei der Hitzewelle um ein Extremereignis gehandelt habe, das „ohne Umschweife als historisch eingestuft werden“ könne. Dabei verweist er u. a. darauf, dass es in Deutschland und auch weiten Teilen Europas noch nie seit Aufzeichnungsbeginn „eine solch lange und intensive Hitzewelle so früh im Sommer gegeben“ habe.[3]
Die Weltgesundheitsorganisation nannte die Hitzewelle eine „Generalprobe“ für zukünftige europäische Sommer, die „noch schwieriger“ würden, und erklärte, dass es während der Hitzewelle zu Rekordzahlen bei Rettungsdiensteinsätzen gekommen sei.[4]
Ausgangslage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Meteorologie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bereits im Mai deutete sich ein außergewöhnlich warmer Sommer an, da sich das Mittelmeer, für die Jahreszeit ungewöhnlich, bereits stark erwärmt hatte. Blockierende Wetterlagen führten zu Hitzewellen mit Rekordtemperaturen in Frankreich, Großbritannien,[5] Portugal,[6] Spanien und der Schweiz.
Die Hitzewelle begann um den 18. Juni 2026.[7] Bestimmt wurde die Großwetterlage durch ein stabiles Hochdruckgebiet, das anfangs über Frankreich lag.[8] Dabei kam es zu einer sogenannten Omegalage, wobei das Hoch von zwei Tiefs im Westen und Osten flankiert wurde, was dazu führte, dass sich eine stationäre Wetterlage ausbildete. Diese Omegalage unterbricht die normale West-Ost-Zirkulation des Wetters, so dass Atlantiktiefs für längere Zeit nicht nach Mitteleuropa gelangen konnten.[9] Die Luft in einem Hochdruckgebiet sinkt ab und erwärmt sich dadurch; die Erwärmung unterdrückt die Wolkenbildung, wodurch wiederum die Einstrahlung steigt;[10] die Erwärmung fiel besonders stark aus, weil diese Wetterlage über lange Zeit anhielt.[11] Infolgedessen lagen die Temperaturen teils bis zu 18 °C über den sonst um diese Jahreszeit herrschenden Werten.[12]
Luftmassen rotieren auf der Nordhalbkugel im Uhrzeigersinn um ein Hochdruckgebiet, um ein Tiefdruckgebiet entgegengesetzt. Daher entwickelte sich zwischen dem Hoch und dem ihm westlich davon nachfolgenden, anfangs westlich der Iberischen Halbinsel liegenden Tief eine straffe Strömung aus Süden bis Südwesten, die die heiße Luft von Nordafrika zunächst nach Südwest- und Westeuropa schaufelte. Mit dem allmählichen Zug des Hochs nach Osten verlagerte sich auch diese Heißluftströmung ostwärts, so dass der Schwerpunkt der Hitze im Gefolge des Hochs von West nach Ost über Europa zog[13] und sich am 28. Juni allmählich nach Osteuropa verlagerte.[14] Das Zentrum des Hochs lag am 29. Juni über Ostungarn und dem Nordwesten Rumäniens. An seiner Rückseite begann allmählich etwas feuchtere und weniger warme Luft von Westen unter anderem nach Westösterreich zu strömen sowie dort erste Gewitter zu verursachen, während am 29. Juni in Ostösterreich immer noch bis zu 40 °C[15] und am darauffolgenden Tag im Norden Ungarns bis zu 42 °C gemessen wurden.[16]
Klimawandel-Attribution
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eine Attributionsstudie kam zu dem Ergebnis, dass Hitzewellen wie die beobachtete durch den menschengemachten Klimawandel, der die Erde global bereits 1,4 °C erwärmt hat, deutlich wahrscheinlicher werden. So wären die 2026 erreichten Temperaturen im Jahr 1976, als zahlreiche Hitzerekorde aufgestellt wurden, im Juni praktisch unmöglich und auch im Hochsommer hochgradig unwahrscheinlich gewesen. Die Studie weist darauf hin, dass der Juni der sich am schnellsten erwärmende Monat in Europa ist und eine vergleichbare Hitzewelle wie 2026 im Jahr 1976 deutlich kühler ausgefallen wäre; tags um ca. 3,5 °C, nachts um etwa 2,4 °C. Insgesamt sei die Hitzewelle die schwerste, die jemals in der Region beobachtet worden sei.[7]
Situation in einzelnen Staaten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Belgien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Für Belgien kam es zwischen 18. Juni und 1. Juli 2026 zu einer Übersterblichkeit von 1.747 Menschen. Damit starben während der Hitzewelle 48 % mehr Menschen als üblich; der höchste Wert seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2000. In der Wallonie lag die Übersterblichkeit sogar bei 76 Prozent; dort wurden während der Hitzewelle 919 zusätzliche Todesfälle verzeichnet. Tödlichster Tag der Hitzewelle war der 27. Juni mit 641 zusätzlichen Todesfällen.[17]
Dänemark
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Dänemark wurde mit 37 °C der höchste Temperaturwert seit Beginn der Aufzeichnungen 1874 gemessen.[18]
Deutschland
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Meteoreologie
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In Deutschland begann der Deutsche Wetterdienst am 18. Juni Hitzewarnungen vor starker bis extremer Hitzebelastung für verschiedene Regionen im Land auszugeben, zunächst vor allem für den Westen, Südwesten und die Mitte Deutschlands. Der DWD warnte davor, dass die Hitzewelle mit einer erwarteten Dauer von 12 Tagen zu den längsten seit Einführung des DWD-Hitzewarnsystems im Jahr 2005 gehöre und er noch nie so früh im Jahr eine Hitzewarn-Periode dieser Länge registriert habe. Tobias Fuchs, DWD-Vorstand Klima und Umwelt, ordnete die Hitzewelle als „nicht nur durch ihre Länge und das frühe Auftreten im Sommer außergewöhnlich“ ein, auch sei die auf die Menschen einwirkende „Hitzebelastung ungewöhnlich hoch“.[8]
In Deutschland wurden neue Allzeit-Höchstwerte aufgestellt. Am 26. Juni wurde zunächst in Saarbrücken-Burbach nach vorläufigen Messdaten mit 41,3 °C die höchste je in Deutschland gemessene Temperatur registriert, womit der bis dato geltende, am 25. Juli 2019 in Tönisvorst und Duisburg-Baerl gemessene Rekordwert von 41,2 °C übertroffen wurde.[19] Zugleich wurde der bisherige ebenfalls 2019 aufgestellte Junirekord, der bei 39,6 °C lag, um fast zwei Grad überboten.[20] Außer in Saarbrücken geschah das an 18 weiteren Orten, wobei teils über 40 °C erreicht wurden.[21] Nur einen Tag später, am 27. Juni, wurde mit 41,8 °C[22] in Drewitz im Jerichower Land in Sachsen-Anhalt ein weiterer Rekordwert gemessen. In Sandersdorf-Brehna wurde am 27. Juni 2026 ein Wert von 41,6 °C erreicht.[23] Einen Tag später, am 28. Juni, wurden in Coschen an der deutsch-polnischen Grenze in Brandenburg 41,7 °C gemessen.[24]
Es kam zu zahlreichen tropischen Nächten,[25] wobei auch der Rekord für die höchste Nachttemperatur deutlich übertroffen wurde. So fiel im sächsischen Kubschütz in der Nacht von 27. auf den 28. Juni die Temperatur nicht unter 29,4 °C. Damit wurde der bisherige Rekordwert, 27,2 °C, die 2003 in Rheinland-Pfalz gemessen wurden, um mehr als 2 Grad übertroffen.[26]

Folgen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Hitzewelle hatte schwerwiegende medizinische Folgen: In Städten wie Köln, Essen, Dortmund kam es zu einer zunehmenden Überlastung der Rettungsdienste und Notaufnahmen durch Hitzepatienten, womit sich auch die Wartezeiten in Kliniken erhöhten. Im Rhein-Sieg-Kreis wurden manche Krankenhäuser durch den Katastrophenschutz unterstützt.[27] In Stuttgart sowie Karlsruhe (Stadt- und Landkreis) rief die Branddirektion aufgrund der Vielzahl von Einsätzen der Feuerwehr und des Rettungsdienstes die Außergewöhnliche Einsatzlage aus, um zusätzliche Kräfte des Katastrophenschutzes aktivieren zu können.[28][29] Während des Höhepunktes der Hitzewelle, vom 26. bis zum 28. Juni, kamen in Deutschland 26 Menschen – allesamt männlich – bei Badeunfällen ums Leben.[30] Die Anzahl der Todesopfer bei Badeunfällen im Juni 2026 lag laut DLRG bei insgesamt 99, von denen männliche Personen wiederum über 90 Prozent ausmachten. Zum Beispiel ertranken in Baden-Württemberg in diesem Zeitraum 13 Menschen – darunter sieben an nur einem Wochenende –, was eine Verdoppelung im Vergleich zu 2025 und den höchsten Wert seit 25 Jahren darstellt. Auch hier machten Männer die Mehrzahl der Verstorbenen aus.[31] In Sachsen wurde ein Massenanfall von Verletzten ausgerufen, nachdem bei einem Feuerwehr-Jugendzeltlager bei etwa 39 °C mehrere Teilnehmer über Kreislaufbeschwerden klagten. 13 betroffene Kinder und Jugendliche wurden in Krankenhäuser gebracht.[32] Das Robert Koch-Institut geht auf Basis seines Klimamodells von geschätzt 5.100 hitzebedingten Sterbefällen in Deutschland aus.[33] Laut Statistischem Bundesamt gab es in der heißesten Woche vom 22. bis 28. Juni 2026 ,„etwa 6.800 Sterbefälle mehr als noch zwei Wochen zuvor“.[34] Die bundesweite Wochenmitteltemperatur betrug hierbei über 26 °C. Somit wurden die Anfang August 2018 erreichten 25,1 °C Wochenmitteltemperatur, als während der 2018er Hitzewelle ebenfalls auffällig viele Menschen starben, übertroffen.[35]
In mehreren Bundesländern traten Wald- und Flächenbrände auf, darunter größere Brände in munitionsbelastetem Gebiet. In der Gohrischheide und bei Neustrelitz kam es zu Großbränden.[36] Der Ort Traisen in Rheinland-Pfalz musste vollständig evakuiert werden, nachdem es in einem benachbarten Naturschutzgebiet in munitionsverseuchtem Gelände zu einem Brand kam.[37]
Aufgrund der Hitze kam es zu Straßenschäden, weil sich Beton bei den Temperaturen aufwölbt. Zahlreiche Autobahnen wurden gesperrt oder mit Geschwindigkeitsbegrenzungen betrieben. Bahnunternehmen rieten von nicht dringend notwendigen Reisen im Fern- und Regionalverkehr ab.[38] In Städten wie z. B. Essen kam es infolge der Auswirkungen der Hitzewelle (geschmolzene Fugengussmasse, die in Schienen und Weichen gelaufen ist sowie in die Laufwerke geriet) zu Einschränkungen im Straßenbahnverkehr. In Leipzig und Nürnberg wurde der Straßenbahnbetrieb aufgrund des Ausmaßes dieser Störungen sogar vollständig eingestellt.[39][40][41]
Der Wasserwerfereinsatz der Polizei Berlin, u. a. am Brandenburger Tor, zur Kühlung von Passanten, fand in internationalen Medien Beachtung.[42]
Der Bodensee erreichte Ende Juni am Pegel Konstanz den niedrigsten Stand, der jemals im Juni gemessen wurde. Mit 3,30 m lag der Pegel etwa einen Meter niedriger als der langjährige Mittelwert.[43]
Frankreich
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In Frankreich wurde an zwei Tagen in Folge der heißeste Tag seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen. Dabei erreichte die gemittelte Tages- und Nachttemperatur am 23. Juni 2026 zunächst 29,9 °C, am Folgetag dann 30,0 °C. In 54 französischen Départements wurden Höchsttemperaturen von 40 °C und mehr erreicht, in Paris waren es 40,3 °C. Zuvor waren in Paris erst drei Mal in den 150 Jahren seit Beginn der Messungen Temperaturen über 40 °C gemessen worden.[44] In Palluau in Westfrankreich wurden sogar 43,8 °C gemessen.[45]
Aufgrund der Hitze geriet das Gesundheitssystem durch den Anstieg von hitzebedingten Patientenzahlen unter Druck. Im Großraum Paris stiegen die Notrufe um 80 Prozent an. Der stellvertretende Pariser Bürgermeister Antoine Alibert erklärte, die Pariser Krankenhäuser seien einer „außergewöhnlichen“ und beispiellosen Auslastung ausgesetzt, es würden sich „die Krankentragen in den Fluren stapeln“. Zudem kam es in Frankreich zwischen dem 18. und dem 28. Juni zu 74 Todesfällen durch Ertrinken.[18] Die Gesundheitsbehörde registrierte für den Zeitraum vom 24. bis 27. Juni etwa 1000 zusätzliche Tote verglichen mit vorangegangenen Monaten. Der Großteil waren Personen im Alter über 65 Jahren, jedoch gab es auch junge Betroffene. Erwartet wird, dass diese Zahl noch deutlich steigen wird.[14] In Paris wurde der Platz in Leichenhallen knapp, sodass zusätzliche Lagerplätze bereitgestellt werden und Leichen in Anlagen in umliegenden Regionen gebracht werden mussten.[46]
Italien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Italien gab das Gesundheitsministerium am 27. und 28. Juni für 18 Städte, darunter Mailand, Rom, Turin, Venedig, Genua, Florenz und Bologna, Warnungen der Stufe Rot heraus und warnte vor Temperaturen bis 39 °C.[12]
Luxemburg
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Luxemburg wurde die höchste Lufttemperatur seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1838 gemessen. Nachdem am 26. Juni mit 40,8 °C der bis dato geltende Höchstwert aus dem Jahr 2019 übertroffen worden war, wurde am 27. Juni an der Wetterstation in Remich ein Maximum von 41,4 °C gemessen.[47]
Österreich
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Schwerpunkt der Hitze zog allmählich von West nach Ost über das Land. Am Stift Zwettl sank das Thermometer am Morgen des 16. Juni noch bis auf 3,1 °C ab, während die 30 Grad-Marke am folgenden Tag zum ersten Mal in Bregenz erreicht wurde.[48] Am 28. Juni wurden mit 40,0 °C in Wien und tags darauf mit 40,1 °C in Bad Deutsch-Altenburg (Niederösterreich)[49] die dritt- bzw. zweithöchsten jemals in dem Land erreichten Temperaturen gemessen. Nur am 8. August 2013 wurde mit 40,5 °C in Bad Deutsch-Altenburg eine noch höhere Temperatur registriert.[50] Zudem erreichten mehrere Bundesländer neue Junirekordwerte, darunter 39,9 °C in Langenlebarn (Niederösterreich).[51] In der Nacht auf den 29. Juni wurde auf der Jubiläumswarte in Wien mit einer minimalen Lufttemperatur von 27,3 °C die wärmste je an den Wetterstationen der GeoSphere Austria gemessene Nacht verzeichnet. Zuvor lag der Höchstwert bei 26,9 °C und wurde am 23. Juli 2015[52] und am 2. August 2017 registriert.[53]
In Vorarlberg gab es (beispielsweise an der Wetterstation Feldkirch[54]) vom 17. bis zum 30. Juni 14 Hitzetage hintereinander, soviele wie noch nie in der 259-jährigen österreichischen Messgeschichte.[55] Normal sind im Juni zwei Hitzetage in Bregenz und Feldkirch, vier in Bludenz.[56] Im 1013 m ü. A. hoch gelegenen Sulzberg folgten acht Tropennächte aufeinander, was in den Vorarlberger Wetteraufzeichnungen ebenfalls einen Rekord darstellt.[55] Vor allem in Vorarlberg gab es aufgrund hitzebedingter Gleisverwerfungen erhebliche Verzögerungen im Bahnverkehr, da die Höchstgeschwindigkeiten herabgesetzt wurden.[57]
Aufgrund einer teils unterkühlten bis durchschnittlich warmen ersten Monatshälfte wurde der Juni 2026 trotz der anschließenden Rekord-Hitzewelle österreichweit der viertwärmste Juni seit Beginn der dortigen Temperaturaufzeichnungen. Mit der Hitze ging, vor allem im Nordosten Österreichs, eine weitere Verschärfung eines sich bereits seit Dezember 2025 österreichweit aufbauenden Niederschlagsdefizits einher. Einzelne, jedoch sehr heftige Hitzegewitter brachten nur kleinräumig Entlastung.[48] Das Niederschlagsmanko zeigte sich auch in Form von andauernden Niedrigwasserständen des Bodensees. Der See erreichte am 23. Juni den tiefsten Wasserstand, der seit 1864 jemals an einem 23. Juni am Pegel Bregenz gemessen wurde. Gegenüber dem um diese Zeit des Jahres üblichen Wasserstand fehlte dem See somit fast ein Meter.[58]
Polen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Polen wurden am 28. Juni in Słubice nach vorläufigen Angaben 40,5 °C erreicht, womit der seit 1921 bestehende landesweite Temperaturrekord von 40,2 °C übertroffen wurde.[14][59]
Schweiz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Schweiz begann die Hitzewelle großmehrheitlich am 17. Juni,[60][61] den Höhepunkt erreichte sie am 26. und 27. Juni. Über 10 Tage gemittelt (19. bis 28. Juni) erreichten die Tagesmaxima an den Stationen Basel/Binningen (36,7 °C), Neuchâtel (35,7 °C), Zürich/Fluntern (34,5 °C) und Davos (26,3 °C) einen neuen Allzeitrekord.[62] Am 27. Juni wurde in Binningen mit einer Lufttemperatur von 39 °C ein neuer nationaler Juni-Rekord registriert.[63] Vom 22. Juni bis am 28. Juni lag die Übersterblichkeit in der Schweiz bei den über 65-Jährigen bei 16 Prozent, bezw. es verstarben 175 ältere Menschen mehr als für diesen Zeitraum erwartet.[64] Am 23. Juni wurde beim flusswassergekühlten Kernkraftwerk Beznau die Leistung beider Reaktorblöcke wegen der hohen Wassertemperatur der Aare auf 50 Prozent reduziert,[65] bevor am 26. Juni beide Reaktoren vorübergehend heruntergefahren werden mussten.[66]
Spanien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Spanien warnten die Behörden vor Temperaturen bis 44 °C.[67] Am 20. Juni erreichten die Temperaturen in Andújar in Südspanien einen Höchstwert von 45,1 °C.[68] Das spanische Überwachungssystem für hitzebedingte Todesfälle listete zwischen dem 21. und 25. Juni 327 Todesfälle, wobei die meisten Menschen am 24. und 25. Juni starben.[69] Im gesamten Juni meldete Spanien mindestens 1028 Todesfälle aufgrund von extremer Hitze, etwa 2,5 Mal so viel wie im Juni 2025, als es rund 400 waren.[70]
Tschechien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Tschechien wurde am 27. Juni mit 40,8 °C in Doksany ein neuer Landesrekord verzeichnet. Damit wurde der bestehende Hitzerekord von 40,4 °C, der 2012 in Dobřichovice erreicht worden war, um rund ein halbes Grad übertroffen.[71] Am 28. Juni wurde dieser Wert mit 41,9 °C, ebenfalls in Doksany, noch einmal deutlich übertroffen.[14]
Ungarn
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Ungarn wurden nach 40 °C am 27. Juni in Budakalász am 28. Juni 40,7 °C gemessen. Am 29. Juni steigerte sich die Hitze weiter und erreichte mit 41,8 °C in Aszód abermals einen neuen Juni-Rekord für Ungarn und verfehlte damit sogar nur knapp den ungarischen Allzeit-Hitzerekord von 41,9 °C, gemessen am 20. Juli 2007 in Kiskunhalas.[72][14] Am 30. Juni wurde dieser Wert mit 42 °C in Szécsény übertroffen.[16]
Vereinigtes Königreich
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Vereinigten Königreich wurde drei Tage in Folge ein neuer Juni-Temperaturrekord gemessen. Nachdem zunächst am 24. Juni 36,1 °C in Gosport erreicht wurden, stieg die Höchsttemperatur am 25. Juni auf 36,7 °C in Merryfield, Somerset.[73] Am 26. Juni schließlich wurden 37,7 °C in Norfolk gemessen.[74] Damit wurde der zuvor geltende, 1957 und 1976 erreichte Rekordwert von 35,6 °C um mehr als 2 °C übertroffen.[74] Für Teile des Staates, u. a. London, galten rote Hitzewarnungen. Die Zahl der Notfallpatienten stieg durch die Hitzeerkrankungen deutlich an, der London Ambulance Service meldete, dass während der Hitzewelle die Zahl der Notrufe um etwa 50 % anstieg. Gleichzeitig wurden alle nicht-notwendigen Ausbildungen und Meetings abgesagt, um möglichst viel medizinisches Personal zur Verfügung zu haben. Mehr als 2000 Schulen in England und Wales blieben wegen der Hitze ganz oder teilweise geschlossen, auch viele Touristenattraktionen blieben zu.[75]
Desinformation zur Hitzewelle
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Während der Hitzewelle kam es, wie auch schon bei vorangegangenen Hitzewellen, zu Kommentaren in den sozialen Netzwerken, aber auch Medien wie AUF1, in denen die Hitzewelle relativiert, der menschengemachte Klimawandel geleugnet oder die Berichterstattung zur Hitzewelle angezweifelt wurde. Dabei wurde u. a. behauptet, dass es früher auch schon heiße Tage gegeben habe. Tatsächlich steigt die Zahl der heißen Tage an. Zwischen 1951 und 1990 gab es lediglich ein Jahr, in dem es in Deutschland mindestens 10 heiße Tage mit 30 °C und mehr gab, zwischen 2010 und 2025 jedoch zehn solcher Jahre. Häufig werden auch reißerische Schlagzeilen der Bild-Zeitung aus dem Kontext gerissen, um zu suggerieren, dass es früher schon wärmer gewesen sei. Besonders häufig geschieht dies mit einer Titelseite aus dem Jahr 1957 mit Schlagzeile: „56 Grad! Ganz Deutschland ein Brutofen!“ Dabei handelte es sich jedoch nicht um eine offizielle Messung; stattdessen schrieb die Zeitung damals von einer Bahnhofsuhr, die bei einer Temperatur von 56 °C im Gehäuse ausgefallen sein soll. Auch wird häufig ein Bild-Artikel aus dem Jahr 1975 mit der Schlagzeile „40 Grad Hitze. Jetzt wird das Wetter lebensgefährlich!“ geteilt. In dem Artikel wird ein Meteorologe mit der Befürchtung zitiert, es „könnten 40 Grad im Schatten werden“. Tatsächlich wurden dann an dem Tag aber nur 30,8 °C gemessen.[76][77]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Theodore Keeping et al.: Fossil fuel emissions have rapidly worsened European heatwaves in just a few decades. World Weather Attribution, 26. Juni 2026.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Record-breaking heat spreads through Europe . Weltmeteorologiebehörde. Abgerufen am 30. Juni 2026.
- ↑ UK swelters in third heatwave of the year as western Europe counts cost of hottest-ever June. In: The Guardian, 9. Juli 2026. Abgerufen am 10. Juli 2026.
- ↑ Eine Hitzewelle für die Geschichtsbücher – Eine erste vorläufige Bilanz. Deutscher Wetterdienst. Abgerufen am 29. Juni 2026.
- ↑ WHO: Hitzewelle ist Generalprobe für künftige Sommer. In: Die Zeit, 30. Juni 2026. Abgerufen am 30. Juni 2026.
- ↑ Hitzerekorde in Großbritannien und Frankreich. Abgerufen am 1. Juli 2026.
- ↑ C. Bertram: Sommerprognose 2026: Ein Sommer, der aus dem Rahmen fällt. 6. Juni 2026, abgerufen am 30. Juni 2026 (deutsch).
- 1 2 Theodore Keeping et al.: Fossil fuel emissions have rapidly worsened European heatwaves in just a few decades. World Weather Attribution, 26. Juni 2026.
- 1 2 Noch nie so früh im Jahr: Deutscher Wetterdienst warnt über langen Zeitraum vor Hitze . Deutscher Wetterdienst. Abgerufen am 25. Juni 2026.
- ↑ Omega-Lage bringt Rekord-Temperaturen nach Hessen – Bald Atempause, aber keine Wetter-Wende. In: Frankfurter Rundschau, 25. Juni 2026. Abgerufen am 28. Juni 2026.
- ↑ Historische Hitzewelle: Deutschland steuert auf Temperaturrekord im Juni zu. 23. Juni 2026, abgerufen am 30. Juni 2026 (deutsch).
- ↑ Wetter und Klima - Deutscher Wetterdienst - Thema des Tages - Eine Hitzewelle für die Geschichtsbücher – Eine erste vorläufige Bilanz. Archiviert vom am 29. Juni 2026; abgerufen am 30. Juni 2026.
- 1 2 Germany and Italy swelter in heatwave as records tumble across Europe. In: The Guardian, 28. Juni 2026. Abgerufen am 27. Juni 2026.
- ↑ Wetter Vorarlberg vom 22.06.2026. Abgerufen am 11. Juli 2026.
- 1 2 3 4 5 Germany, Czechia, Poland and Hungary swelter through hottest days on record . In: The Guardian, 28. Juni 2026. Abgerufen am 29. Juni 2026.
- ↑ https://on.orf.at/video/14329551/wetter-vorarlberg-vom-29062026
- 1 2 Kitti Fődi: Megdőlt az abszolút melegrekord. In: 444.hu. 30. Juni 2026, abgerufen am 1. Juli 2026 (ungarisch).
- ↑ Hitzewelle von Ende Juni sorgte für außergewöhnlich hohe Übersterblichkeit. In: Belgischer Rundfunk, 8. Juli 2026. Abgerufen am 10. Juli 2026.
- 1 2 In halb Europa werden Temperaturrekorde gebrochen. In: Nau.ch, 28. Juni 2026. Abgerufen am 28. Juni 2026.
- ↑ Temperaturrekord in Deutschland gemessen. In: Tagesschau.de, 26. Juni 2026. Abgerufen am 26. Juni 2026.
- ↑ Deutscher Hitzerekord im Juni gebrochen. In: T-Online.de, 26. Juni 2026. Abgerufen am 26. Juni 2026.
- ↑ Heißester Tag aller Zeiten in Deutschland. In: T-Online.de, 26. Juni 2026. Abgerufen am 26. Juni 2026.
- ↑ Deutscher Wetterdienst (DWD) (@DeutscherWetterdienst@social.bund.de). 30. Juni 2026, abgerufen am 30. Juni 2026.
- ↑ Hitzerekord in Deutschland erneut gebrochen. In: stern.de. 27. Juni 2026, abgerufen am 27. Juni 2026.
- ↑ Erneuter Temperaturhöchstwert in Deutschland. In: tagesschau.de. 28. Juni 2026, abgerufen am 28. Juni 2026.
- ↑ Bis zu 40 Grad und Unwetter – Hitzewelle erreicht Höhepunkt. In: n-tv.de, 27. Juni 2026. Abgerufen am 28. Juni 2026.
- ↑ 29,4 Grad gemessen - Rekord für wärmste Nacht in Deutschland . In: Borkener Zeitung, 28. Juni 2026. Abgerufen am 28. Juni 2026.
- ↑ Rettungsdienste am Limit. In: WDR, 28. Juni 2026. Abgerufen am 29. Juni 2026.
- ↑ Hitzewelle Stuttgart: Branddirektion ruft Außergewöhnliche Einsatzlage aus. In: SWR, 28. Juni 2026. Abgerufen am 29. Juni 2026.
- ↑ Extreme Hitze: Außergewöhnliche Einsatzlage für Feuerwehr und Rettungskräfte. In: SWR, 28. Juni 2026. Abgerufen am 29. Juni 2026.
- ↑ 26 Männer und Jungen bei Badeunfällen am Wochenende gestorben. In: Die Zeit, 29. Juni 2026. Abgerufen am 29. Juni 2026.
- ↑ Badeunfälle: Warum ertrinken mehr Männer als Frauen? swr.de, 12. Juli 2026, abgerufen am 12. Juli 2026.
- ↑ Jugendfeuerwehr-Zeltlager in Sachsen: Mehrere Kinder wegen Kreislaufbeschwerden in Krankenhäuser gebracht. In: Tagesspiegel, 28. Juni 2026. Abgerufen am 29. Juni 2026.
- ↑ Neuer Wochenbericht zur Hitzemortalität. Robert Koch-Institut. Abgerufen am 9. Juli 2026.
- ↑ Auswertung der unterjährigen Sterbefallzahlen seit 2020, Statistisches Bundesamt
- ↑ 5.120 Tote nach der ersten Hitzewelle: Wer am stärksten betroffen ist. 9. Juli 2026, abgerufen am 12. Juli 2026.
- ↑ Kampf gegen Waldbrände - und die Munition im Boden. In: Tagesschau.de, 28. Juni 2026. Abgerufen am 28. Juni 2026.
- ↑ Waldgebiet mit Munition brennt - kompletter Ort wird geräumt. In: Die Rheinpfalz, 28. Juni 2026. Abgerufen am 28. Juni 2026.
- ↑ Deutscher Wetterdienst meldet Temperaturhöchstwert von 41,7 Grad. In: Die Zeit, 28. Juni 2026. Abgerufen am 28. Juni 2026.
- ↑ Hitzewelle führt zu Ausfällen im Straßenbahnverkehr. In: ruhrbahn.de, 28. Juni 2026. Abgerufen am 28. Juni 2026.
- ↑ nordbayern de, Nürnberg Germany: Nach Rekordhitze: Straßenbahnen in Nürnberg stehen noch länger still - VAG spricht von „außergewöhnlichen Schäden“. 29. Juni 2026, abgerufen am 2. Juli 2026.
- ↑ Hitzeschäden an Schienen und Weichen: Leipziger Verkehrsbetriebe stellen Straßenbahn-Verkehr ein. In: l.de, 27. Juni 2026. Abgerufen am 28. Juni 2026.
- ↑ Heatwave breaks records in Germany, Denmark and Czech Republic. In: bbc.com, abgerufen am 29. Juni 2026.
- ↑ Bodensee niedriger als je zuvor im Juni. In: Stern, 26. Juni 2026. Abgerufen am 30. Juni 2026.
- ↑ Frankreich knackt am zweiten Tag in Folge Temperatur-Rekord. In: Stern, 25. Juni 2026. Abgerufen am 28. Juni 2026.
- ↑ Records fall as extreme heat grips Europe. In: wmo.int. 26. Juni 2026, abgerufen am 29. Juni 2026 (englisch).
- ↑ Rekordhitze in Frankreich: Kein Platz mehr in Leichenhallen. In: ZDF Heute, 29. Juni 2026. Abgerufen am 1. Juli 2026.
- ↑ Erstmals seit Tagen gilt keine Wetterwarnung mehr. In: L’Essentiel, 29. Juni 2026. Abgerufen am 29. Juni 2026.
- 1 2 science ORF at/Agenturen red: Trotz Hitzewelle nicht der wärmste Juni. 2. Juli 2026, abgerufen am 7. Juli 2026.
- ↑ Neuer Juni-Höchstwert in Bad Deutsch-Altenburg. In: ORF, 29. Juni 2026. Abgerufen am 30. Juni 2026.
- ↑ Neue Höchstwerte zu erwarten: Längste Juni-Hitzewelle hat Land im Griff. 25. Juni 2026, abgerufen am 29. Juni 2026.
- ↑ 40 Grad in Wien. In: ORF, 28. Juni 2026. Abgerufen am 29. Juni 2026.
- ↑ Hitze: Auch in der Nacht noch 26,9 Grad. In: wien.orf.at. 2. August 2017, abgerufen am 1. Juli 2026.
- ↑ GeoSphere Austria Hitze-Bilanz Juni 2026: Eine Hitzewelle für die Rekordbücher. In: geosphere.at. 1. Juli 2026, abgerufen am 1. Juli 2026.
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- 1 2 Wetterbericht vom 30.06.2026 in ORF Vorarlberg (online abrufbar bis zum 30. Juli 2026). Abgerufen am 2. Juli 2026.
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