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Der tribunus voluptatum („Tribun der Vergnügungen“) war ein spätantiker Amtsträger im Rang eines Offiziers (tribunus), der die Oberaufsicht über die Theaterschauspiele und Schauspieler hatte, vielleicht auch über andere Spiele. Bezeugt ist das Amt vom Anfang des 5. Jahrhunderts bis ins 6. Jahrhundert für die wichtigen weströmischen bzw. ostgotischen Städte Rom, Karthago und Mediolanum (Mailand). Es wird nur in zehn antiken Quellen genannt: von einem kaiserlichen Gesetz des weströmischen Kaisers Honorius 414 über zwei Inschriften von Amtsträgern bis zu Material aus der Kanzlei des Ostgotenkönigs Theoderich aus dem ersten Viertel des 6. Jahrhunderts. Aufgrund der mangelnden Quellen sind viele Eckpunkte der Entwicklung des Amtes unsicher und die Lücken nur mit wissenschaftlicher Spekulation zu füllen.
Wilma Rudolph (Wilma Glodean Rudolph; * 23. Juni 1940 in Saint Bethlehem, Tennessee; † 12. November 1994 in Brentwood, Tennessee) war eine US-amerikanische Leichtathletin. Mit drei Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen 1960 in Rom gehörte sie zu den erfolgreichsten Teilnehmern dieser Spiele.
Rudolph wuchs in armen Verhältnissen auf und erkrankte früh an Kinderlähmung. In ihrer Kindheit konnte sie deswegen nicht ohne eine Beinschiene laufen. An der High School begann sie mit dem Basketballspielen und mit der Leichtathletik. Unter Anleitung von Ed Temple entwickelte sich Rudolph ab Mitte der 1950er-Jahre zu einer der weltweit besten Kurzstreckenläuferinnen. 1956 gewann sie mit der 4-mal-100-Meter-Staffel ihre erste olympische Bronzemedaille. Vier Jahre später siegte sie bei den Olympischen Spielen in Rom über 100 Meter, 200 Meter und mit der Staffel. Im Juli 1961 stellte sie einen 100-Meter-Weltrekord in 11,2 Sekunden auf. Mit dem Abschluss ihres Studiums 1963 beendete Rudolph ihre sportliche Laufbahn. Sie arbeitete anschließend in verschiedenen Berufen, darunter als Lehrerin und Trainerin, und gründete 1981 unter ihrem Namen eine Stiftung. 1994 starb sie im Alter von 54Jahren mit einem Hirntumor.
Nach ihren drei Olympiasiegen 1960 war Rudolph in der amerikanischen und europäischen Öffentlichkeit ausgesprochen populär. Sie verkörperte das neue Bild einer weiblich auftretenden Leichtathletin. Die Berichterstattung bezog sich in Beschreibungen oft auf ihre Attraktivität. Zugleich wurde ihr Werdegang als soziale Aufstiegsgeschichte erzählt.
Titelseite von Georg Wernhers Hauptwerk De admirandis Hungariae aquis hypomnemation., 2. Auflage Wien 1551.
Georg Wernher, auch Georg Werner (ungarisch Wernher György, slowakisch Juraj Wernher, polnisch Jerzy Wernher, alle Sprachvarianten auch mit der Schreibung Werner, lateinisch Georgius Vernerus/Vuernerus/Wernerus/Wernherus, * um 1490, spätestens 1497 in Patschkau (Paczków), Fürstentum Neisse, Schlesien; † Sommer 1556 in Eperies (Prešov), Oberungarn, Königliches Ungarn) war ein ungarischer Renaissance-Humanist, Schulrektor, Ratsherr, Burgpräfekt, Statthalter, Finanzbeamter, Diplomat, lateinisch-altgriechischer Dichter und Wasser- und Heilwasserbeschreiber schlesischer Herkunft.
Er gilt als eine der herausragenden Persönlichkeiten des Renaissance-Humanismus in Ostmitteleuropa. Als Kammerrat legte er den Grundstein der 1567 begründeten Zipser Kammer, eine der beiden königlichen Güter- und Finanzkammern des habsburgischen Teils des durch Bürgerkrieg und Osmanische Besetzung dreigeteilten Königreichs Ungarn. Als Diplomat handelte vorwiegend er, zeitweilig durch Gebietstausch, die Wiedervereinigung des westlich-nördlichen Teils der Habsburger mit dem östlichen Teil Siebenbürgen aus. …
Georg Wernher verfasste als Hydrograph (Wässerbeschreiber) die europaweit erste mittelalterlich-neuzeitliche, für damalige Verhältnisse chemisch-geologisch und medizinisch systematisierte und klassifizierte Beschreibung von vielen Heilquellen und Wassern. Er gilt als Vater der Balneologie (Bäderheilkunde) in Ungarn, besonders in der heutigen Slowakei, und verfasste Standardwerke über Heilwässer in Ungarn allgemein und in der damals zwischen Ungarn und Polen geteilten Region Zips. Zahlreiche slowakische Heilquellen verdanken ihm ihre Ersterwähnung. Dabei beschrieb er auch als einer der ersten die Zementation im Vitriolverfahren des Kupferbergbaus und erwähnte nebenbei Beweise, dass Gesteine nicht seit der biblischen Schöpfung bestanden haben können, über 200 Jahre bevor sich diese Erkenntnis wissenschaftlich durchsetzte.
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Mainzer Krater; 1976 aus dem Mithräum am Ballplatz geborgen
Das Mithräum am Ballplatz war ein römisches Heiligtum im Bereich der heutigen Mainzer Innenstadt. Es befand sich im Areal zwischen Ballplatz und Hinterer Präsenzgasse, im Umfeld der heutigen Weißliliengasse. Seine Existenz ist durch bauliche Reste, Kleinfunde und mehrere Weihdenkmäler, darunter ein großer Marmoraltar mit vollständiger Mithras-Weihung, belegt.
Die Anlage wurde 1976 bei Bauarbeiten entdeckt, aber im Zuge der fortschreitenden Arbeiten zerstört, ohne dass eine systematische Ausgrabung oder Dokumentation erfolgte. In der Forschung wurde verschiedentlich für eine ungewöhnlich frühe Entstehung des Tempels bereits zu Beginn des letzten Drittels des 1. Jahrhunderts argumentiert. Das Heiligtum gilt als wichtiger Beleg für die Präsenz des Mithraskultes im römischen Mogontiacum.
Frontispiz und Titelblatt von John Tolands antikatholischem Traktat Hypatia: Or the History of a most beautiful, most vertuous, most learned, and every way accomplish’d Lady